Karsten Dustin Hoffmann über die militante Linke in Deutschland

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Linksextremismus steht erst am Anfang

Karsten Dustin Hoffmann

Täglich kommt es zu Anschlägen, Ausschreitungen oder Übergriffen des Linksextremismus, aber weite Teile der Öffentlichkeit verharmlosen die Gewalt oder tun so, als sei sie nicht existent. Die wissenschaft-liche Beschäftigung mit dem Phänomen linke Gewalt liegt dabei weitestgehend brach und wird kaum finanziell gefördert.

Diesem Mißstand begegnen die Untersuchungen des langjährigen Hamburger Bereitschaftspolizisten und promovierten Politikwissenschaftlers Karsten Dustin Hoffmann, der am 23. Oktober 2014 Ergebnisse seiner Forschung in der Bibliothek des Konservatismus vorstellte. Vor vollem Haus beleuchtete der Gast – unter anderem Verfasser einer vielgelobten Arbeit über das autonome Zentrum „Rote Flora“ in Hamburg – in seinem Vortrag Ideologien, Strukturen und Aktionsformen jenes Teils der linken Bewegung, der den gesellschaftlichen Wandel nicht allein mit legalen Methoden zu erreichen sucht.

Der Referent betonte, daß die linksextreme Szene keineswegs ein geschlossener Block sei, als der er Außenstehenden erscheine, vielmehr gebe es innerhalb der Szene erhebliche Meinungsverschieden-heiten, die sich gelegentlich auch in offener Gewalt der Gruppen untereinander entlade. Das Gewaltpotential der Szene sei konstant groß. Hoffmann wies u. a. auf die Diskrepanz zwischen den offiziell festgestellten – relativ niedrigen –  Zahlen linksextremistischer Straftaten in der Gesamtstatistik extremistischer Straftaten und dem beherrschenden Anteil an der Gesamtzahl der extremistischen Gewaltakte hin. Dies sei, so Hoffmann, auf die im Vergleich zum Rechtsextremismus weniger scharfe Ahndung von Propagandadelikten zurückzuführen.

Die an den Vortrag anschließende lebhafte Aussprache förderte vor allem die Erkenntnis zu Tage, daß gerade die wissenschaftliche und gesellschaftliche Beschäftigung mit dem Komplex Linksextremismus erst am Anfang steht.

 

Oliver Janich über die Vereinigten Staaten von Europa

Eine Ideologie, die in unheilvolle Zeiten zurückreicht

Oliver Janich (re.) mit Moderator Ronald Gläser bei der Aussprache zur Buchvorstellung

Die Kritik an der Europäischen Union (EU) und ihrem Anspruch, immer größere Bereiche des privaten Lebens zu regulieren, ist weit verbreitet. Merkwürdig bleibt dabei die Erfahrung, daß es trotz einer breiten Skepsis gegenüber der EU kaum politische Erfolge bei dem Versuch gibt, dem heranrollenden Superstaat in die Speichen zu greifen und die voranschreitende Entmündigung der Bürger zu verhindern. Die Frage, wer Urheber und Nutznießer dieser Entwicklung ist, liegt nahe.

Oliver Janich, libertärer Journalist, in der Vergangenheit tätig unter anderem für Focus Money und Süddeutsche Zeitung, zeichnet in seinem Buch Die Vereinigten Staaten von Europa – Geheimdokumente enthüllen: Die dunklen Pläne der Elite, das er am 9. Oktober 2014 vor über 100 Zuhörern in der Bibliothek des Konservatismus vorstellte, die Entstehungsgeschichte der Ideologie eines europäischen Einheitsstaates mit gemeinsamer Währung und Regierung bis in die Zeit des Nationalsozialismus und des Bolschewismus nach. Seine These: "Die Vereinigten Staaten von Europa sollen als Vorbild für eine ‚Neue Weltordnung‘ dienen, in der nicht mehr der Einzelne über sein Schicksal entscheidet, sondern jeder Lebensbereich von Politikern und Bürokraten bis ins Kleinste geregelt ist.“

Die von dem Berliner Journalisten Ronald Gläser moderierte Aussprache drehte sich insbesondere um die Frage nach den heutigen Protagonisten einer Ideologie, die offenbar in unheilvolle Zeiten zurückreicht.

 

Stefan Scheil sprach zum 75. Jahrestag des deutschen Angriffs auf Polen

Ein Weltkrieg mit vielen Vätern und Vorgeschichten

Stefan Scheil bei seinem Vortrag

„Die Ursachen für den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges sind nicht weniger komplex als jene, die zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges geführt haben. Hier wie dort wäre es unredlich, monokausalen Begründungen zu folgen, so sehr diese auch das allgemeine Geschichtsbild prägen mögen.“ Mit diesen Worten faßte Stefan Scheil, promovierter Historiker und Verfasser zahlreicher Fachbücher zu zeitgeschichtlichen Themen, seinen Vortrag „Polnische Illusionen – ein anderer Blick auf den 1. September 1939“ am 1. September 2014 in der Bibliothek des Konservatismus zusammen.

Tatsächlich habe sich, so Scheil, die polnische Außenpolitik von verschiedenen irrigen Annahmen leiten lassen, unter anderem der, daß das Deutsche Reich instabil und innerhalb kürzester Zeit militärisch zu besiegen sei. Anhand von Akten aus polnischen Archiven legte Scheil dar, in welchem Maße diese und andere Illusionen auf polnischer Seite sowohl die politische Strategie als auch die diplomatische Sprache prägten. Der militärische Angriff, der umgekehrt auch von Polen verschiedentlich durchexerziert wurde, erfolgte insofern überraschend, jedoch keineswegs voraussetzungslos.

Stefan Scheil wird die neuesten Ergebnisse seiner Forschungen zur Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs 2015 beim Wissenschaftsverlag Duncker & Humblot vorlegen.

 

Claus Wolfschlag über Hitlers rechte Gegner

Die Vielgestaltigkeit des Widerstands wahrnehmen

Claus Wolfschlag

Vor 70 Jahren, am 20. Juli 1944, scheiterte das Attentat Claus Graf Schenk von Stauffenbergs auf Adolf Hitler. Dieser Tag stellt einen signifikanten Höhepunkt in der Geschichte des konservativen und militärischen Widerstandes dar. Die Opposition von links, aus den Kirchen und anderen Gruppen ist in der Vergangenheit intensiv erforscht worden. Claus Wolfschlag, promovierter Historiker und Publizist aus Offenbach, referierte nun am 18. Juli 2014 in der Bibliothek des Konservatismus über den immer noch kaum bekannten Widerstand von rechts.

Wolfschlag, Autor des Buches Hitlers rechte Gegner – Gedanken zum nationalistischen Widerstand (Arun Verlag), gelang es einerseits, die sehr frühe Opposition von jungkonservativen, nationalrevolutionären und völkischen Milieus und Persönlichkeiten zu skizzieren, andererseits aber auch deren Motive, Methoden und weltanschaulichen Vorbehalte gegenüber dem NS-Regime und Hitler zu beleuchten.

Tatsächlich, so wurde auch in der anschließenden Diskussion mit dem Referenten deutlich, droht in Vergessenheit zu geraten, welche soziale und politische Vielgestaltigkeit den Widerstand ausgemacht und daß sich dieser auch aus Gruppen der sogenannten „Konservativen Revolution“ rekrutiert hatte. Adieu Widerstand also? Tatsächlich, so Wolfschlag, sei die Gefahr akut, denn indem die offizielle Geschichtspolitik die Gruppierungen und Opfer kaum noch einer differenzierten Betrachtung unterziehe, würden auch die Handlungen und Motive des Einzelnen heute immer mehr verwischt.

 

Peter Hoeres über die Rolle der Gelehrten im Ersten Weltkrieg

Der Sieg der Zivilisation über die Barbarei

Peter Hoeres

„Der aktive Kampf gegen Deutschland ist im wesentlichen der Kampf der Zivilisation gegen die Barbarei.“ Dieser Satz aus der Akademierede des französischen Philosophen Henri Bergson vom 8. August 1914 markierte den Beginn eines Kulturkrieges zwischen alliierten und deutschen Gelehrten. Der Barbarenvorwurf gehört im Gedenkjahr 2014 zu den kaum erinnerten und reflektierten Begleiterscheinungen des Ersten Weltkriegs. Peter Hoeres, Professor für Neueste Geschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, sprach dazu am 10. Juli 2014 in der Bibliothek des Konservatismus.

Der Vorwurf des Barbarentums, der von deutschen Hochschullehrern wie Rudolf Eucken, Wilhelm Wundt und Georg Simmel umgehend zurückgewiesen wurde, brachte nicht nur diverse Manifeste der Gelehrten beider Kriegsparteien hervor, sondern diente den Alliierten auch als Motiv für zahllose Plakate der antideutschen Kriegspropaganda.

Im Ergebnis hätten, so Hoeres, die Deutschen diesen Kulturkrieg verloren. Neben der besseren Propagandatechnik auf alliierter Seite sei hierfür insbesondere die hohe Anschlußfähigkeit des westlichen Denkens verantwortlich, gegen das sich das Beharren der Deutschen auf den Traditionen des Idealismus nicht behaupten konnte. Ob hierin ein Ursprung bzw. Ausdruck eines „deutschen Sonderwegs“ zu sehen sei, blieb auch am Ende der sich anschließenden Aussprache offen.

 

Karlheinz Weißmann erinnerte an den Widerstand Edgar Julius Jungs

Gedenken an die Opposition der ersten Stunde

Karlheinz Weißmann

„Konservativ sein heißt, die ewigen Grundlagen jeder menschlichen Gemeinschaft – Religion, Sittlichkeit, Befehl, Gehorsam, Gemeingeist, Hingabe – erhalten zu wollen.“ Mit diesen Worten Edgar Julius Jungs faßte Karlheinz Weißmann das Denken dieses frühen konservativen Widerständlers zusammen, der vor 80 Jahren, am 30. Juni oder 1. Juli 1934, von der SS ermordet wurde.

Weißmann, Historiker und Verfasser zahlreicher Bücher zu zeitgeschichtlichen Themen, verwies in seinem Vortrag vor rund 70 Gästen in der Bibliothek des Konservatismus darauf, daß es gerade das konservative Ethos sei, das Jung dazu befähigt habe, als einer der ersten öffentlich in Opposition zum Regime zu treten.

Während noch in den siebziger und achtziger Jahren Leben, Werk und Wirken Edgar Julius Jungs kaum Beachtung gefunden hätten, sei in den letzten Jahrzehnten auch international ein verstärktes Interesse an Jung zu beobachten, das teilweise sogar affirmative Züge trage.

Daß mit der sogenannten „Niederschlagung des Röhm-Putsches“ zugleich auch die konservative Opposition zerschlagen wurde, werde, so Weißmann, oft vergessen: „Ganz ausgelöscht werden konnte die Glut aber nicht, und so ist nicht nur die Ähnlichkeit der Pläne des konservativen Widerstandes von 1934 und 1944 alles andere als Zufall, auch die tatsächliche Möglichkeit zum Zug zu kommen, war niemals größer als kurz vor Vollendung der Machtübernahme Hitlers und kurz vor dem Untergang seiner Herrschaft.“

 

Früherer Geschäftsführer der FKBF verstorben

Trauer um Hans Becker von Sothen

Hans Becker von Sothen (1959-2014)

Wir trauern um Hans Becker von Sothen, der am Donnerstag, den 26. Juni 2014, völlig unerwartet im Alter von 55 Jahren verstorben ist.

Becker von Sothen war von 2001 bis 2003 Geschäftsführer der Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung (FKBF), damals noch mit Sitz in München. Bis in die Gegenwart hinein blieb er der FKBF verbunden.

Die Eröffnung der von der Förderstiftung getragenen Bibliothek des Konservatismus im Jahre 2011 verfolgte er mit größter Sympathie und trug durch erhebliche Bücher- und Zeitschriftenspenden aus seiner Privatbibliothek zu ihrem Wachstum bei. Noch im Januar dieses Jahres stellte Becker von Sothen in unserem Haus das von ihm verfaßte Buch Bild-Legenden: Fotos machen Politik – Fälschungen, Fakes, Manipulationen (Ares-Verlag, Graz 2013) vor.

Mit Hans Becker von Sothen verlieren wir einen treuen Freund und Weggefährten. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Heimo Schwilk über die Feldpostbriefe Ernst Jüngers

Wie durchs Brennglas: Fronterfahrungen des Ersten Weltkriegs

Heimo Schwilk (re.) in der von Patrick Neuhaus moderierten Aussprache

Auch hundert Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs lesen Abiturienten begeistert „In Stahlgewittern“ von Ernst Jünger. Heimo Schwilk, langjähriger leitender WELT-Redakteur und Jünger-Kenner, sprach am 5. Juni 2014 in der Bibliothek über die Feldpostbriefe, die Jünger aus den Schützengräben an seine Eltern und seinen Bruder geschickt hatte. Diese Briefe sind, so wurde während des Vortrages deutlich, im Zusammenhang mit dem 1920 auf Anregung des Vaters erschienenen Kriegsbuch zu begreifen.

Prägnant spricht aus den von Schwilk vorgestellten und nun erstmals bei Klett-Cotta herausgegebenen Dokumenten die sprachliche Authentizität des Kriegsfreiwilligen und späteren Ritters des höchsten preußischen militärischen Ordens „Pour le Mérite“. Wie durch ein „Brennglas“ wird der Alltag an der Westfront des Ersten Weltkrieges aus den Briefen Jüngers deutlich. 

Heimo Schwilk, neben vielen anderen Veröffentlichungen auch Autor einer erfolgreichen und jüngst in das Italienische übersetzten Biographie Ernst Jüngers, berichtete in der anschließenden angeregten Diskussion auch von Begegnungen mit dem Jahrhundertschriftsteller und konnte so eindrucksvoll die historisch-literarischen Ausführungen um persönliche Anekdoten anreichern.

 

Dieter Stein präsentierte sein Buch „Für eine neue Nation“

Mit Zuversicht und Optimismus an einer Wende arbeiten

Dieter Stein vor vollbesetztem Haus

Der Bibliothekssaal war am 20. Mai 2014 bis auf den letzten Platz gefüllt, als Dieter Stein, Chefredakteur der Wochenzeitung Junge Freiheit, seine Zuhörer mit auf eine journalistische Reise durch die 1990er und 2000er Jahre nahm. Die Wiedervereinigung, der 3. Oktober als künstlicher Nationalfeiertag, Geschichtspolitik, die Lust der Deutschen am Selbsthaß, Einwanderung, Integration und viele weitere Themen standen auf Steins abendfüllender Agenda, die er seinem Buch „Für eine neue Nation“ entnommen hatte.

Stein gab Einblicke in seine Tätigkeit als professioneller Beobachter, Chronist und kritischer Kommentator. In Hinsicht auf die aktuelle Lage zeigte er sich optimistisch: Bei aller gebotenen Schärfe zur Erfassung der krisenhaften Realität sollten die Deutschen mit Zuversicht und Optimismus an einer Wende arbeiten. „Wir Deutschen haben uns in unserer Geschichte wiederholt aus tiefster Not und Zerrissenheit wieder aufgerichtet. Daß ein Mentalitätswandel auch in Zeiten materiellen Überflusses möglich ist und nicht erst durch katastrophale Krisen herbeigeführt werden muß, dafür sollten wir arbeiten“, so Stein.

 

Frank Böckelmann stellte sein Buch „Jargon der Weltoffenheit“ vor

Die auszehrende Monotonie des westlichen Diskurses

Frank Böckelmann

„Eine politische Linke gibt es nicht mehr. Wer sich heute »links« nennt, kündigt lediglich an, noch hartnäckiger zu fordern, was alle anderen auch schon fordern.“ Mit diesen Worten umriß Frank Böckelmann, Autor des Buches „Jargon der Weltoffenheit – Was sind unsere Werte noch wert?“ am 8. Mai 2014 in der Bibliothek des Konservatismus die Kernthese seines Werkes. Weder mit dem Weltrettungsanspruch der »68er« habe sich Politik machen lassen, noch mit der alarmistischen Rede von der »gefährdeten Demokratie«. Geblieben sei nur ein »Jargon der Weltoffenheit«, der den westlichen Diskurs befallen habe und ihn permanent auf »Selbstverwirklichung«, »Authentizität«, »Emanzipation«, »Gleichberechtigung« und »Vielfalt« einschwöre. 

Doch was resultiert aus solch einer selbstbeschwörenden Monotonie? In der von dem Berliner Philosophen und Schriftsteller Manfred Maengel moderierten Aussprache wurde deutlich, daß die wohlklingenden Losungen das Volk letztlich in ein Dasein ohne Herkunft, Heimat, Nachkommenschaft und Transzendenz leiten. Damit verhinderten sie genau das, was sie versprächen: Begegnung, Entschiedenheit, Verwirklichung, Individualität, Welthaltigkeit, Anwesenheit, Gemeinsamkeit. „Dieser »Jargon der Weltoffenheit« führt nicht zum Anderen, sondern ins Nichts“, so Böckelmann.

 

Alexander Gauland über das Verhältnis der AfD zu den Konservativen

„Es bringt nichts, geschlagene Schlachten zu schlagen

Alexander Gauland (Mi.) in der Diskussion mit Dieter Stein (li.) und Felix Krautkrämer

Vor einem mit rund 110 Besuchern restlos gefüllten Lesesaal stellte sich Alexander Gauland, stellvertretender Sprecher der Alternative für Deutschland (AfD), am 24. April 2014 einer Podiumsdiskussion zu der Frage: „Die Alternative für Deutschland – eine Alternative auch für Konservative?“. Mit auf dem Podium saßen Dieter Stein, Chefredakteur und Geschäftsführer der Wochenzeitung Junge Freiheit, sowie Felix Krautkrämer, Journalist und Autor der Broschüre „Aufstieg und Etablierung der Alternative für Deutschland – Geschichte, Hintergründe und Bilanz einer neuen Partei“, die im Laufe des Abends vorgestellt wurde.

Weit gespannt waren die Themen der Diskussion, an der sich im zweiten Teil auch das Publikum kontrovers beteiligte: Vom russischen Vorgehen in der Ukraine über die Option eines europäischen Freihandelsabkommens mit den USA bis hin zu der Frage, mit welchen anderen eurokritischen Parteien die AfD im Europäischen Parlament womöglich zusammenarbeiten werde, blieb kaum ein aktuelles Thema ausgespart.

Teils kritisch, teils zustimmend wurden die abwägenden Positionen Gaulands gewürdigt, die er etwa hinsichtlich der Abtreibungsdiskussion bezog. Es bringe nichts, geschlagene Schlachten immer wieder neu zu schlagen. Auch im Hinblick auf das Gender Mainstreaming müsse man zwischen den verschiedenen Deutungen dieses Schlagwortes unterscheiden. „Wir haben dazugelernt“, so Gauland.

 

Sophia Kuby über den Streit um die Ehe und den Verlust der Vernunft

„Wenn alle heiraten können, kann niemand mehr heiraten“

Sophia Kuby vor vollbesetztem Auditorium

„Es tut sich was in Europa!“ Mit verhaltenem Optimismus faßte Sophia Kuby, Direktorin der European Dignity Watch mit Sitz in Brüssel, am 1. April 2014 in der Bibliothek des Konservatismus die jüngsten Entwicklungen in der EU-Familienpolitik zusammen. Unter dem Titel „Vielfalt oder Dammbruch? Die aktuelle Diskussion um Ehe und Familie in Europa“ führte sie ihren mehr als 100 Zuhörern erste Erfolge vor Augen, die es gegen die Umdeutung der Ehe und die Einschränkung des Rechts auf Leben zu verzeichnen gebe.

In Frankreich hätten Millionen von Bürgern gegen das von der Regierung eingebrachte Gesetz „Ehe für alle“ („mariage pour tous“) demonstriert, das neben der Homo-Ehe auch das Recht Homosexueller auf künstliche Befruchtung und Adoption beinhalte. Auch wenn das Gesetz letztlich nicht habe verhindert werden können, sei der massenhafte Protest bürgerlicher Kreise ein absolutes Novum und ein Schock für die Politische Klasse in Frankreich gewesen. In Kroatien und Ungarn habe man die Ehe von Mann und Frau unter den ausdrücklichen Schutz der Verfassung gestellt. In Slowenien habe eine Volksabstimmung die Verabschiedung eines Gesetzes zur Homo-Ehe verhindert.

Der vielleicht wichtigste Erfolg sei jedoch im Europäischen Parlament erzielt worden: Mit nur sieben Stimmen Mehrheit sei eine Vorlage der sozialistischen Abgeordneten Edite Estrela („Estrela-Bericht“) abgelehnt worden, die ein „Menschenrecht auf Abtreibung“ und interaktive Sexualerziehung im Kleinkindalter vorsah.

Als Hauptproblem der Diskussion machte Kuby eine konstruktivistische Weltsicht aus, wonach die Ehe als soziales bzw. juristisches Konstrukt der Wandlung unterliege. Dem setzte sie die realistische bzw. vernunftgeleitete Sicht entgegen, die sich auch in einer jahrtausendealten, kultur- und religionsübergreifenden Tradition widerspiegele.

Der Radiosender ERF Pop berichtete > hier < über den Vortrag.

 

Stefan Blankertz über Auswege aus einer Demokratie, die zum Totalitären neigt

Freiwilligkeit, Kooperation und Konkurrenz als Säulen der Gesellschaft von morgen

Stefan Blankertz

„Demokratie – das sind doch die Guten!?“ Mit sanfter Ironie eröffnete der libertäre Soziologe und Schriftsteller Stefan Blankertz am 11. März 2014 vor rund 70 Zuhörern in der Bibliothek des Konservatismus seinen Vortrag zum Thema „Die totalitäre Demokratie und ihre Alternativen“.

Ausgehend von Ernst Jüngers Essay „Der Waldgang“ (1951) stellte Blankertz eingangs fest, daß es für ein an sein Gewissen gebundenes Individuum gleichgültig sei, ob ein unethischer Befehl aufgrund einer Führer- oder einer Mehrheitsentscheidung zustande komme. Auch die demokratische Entscheidung treffe den Bürger wie ein Befehl, gegen den ein Widerstandsrecht verfassungsmäßig nicht vorgesehen sei. Zudem träfen demokratische Mehrheitsentscheidungen stets alle Bürger, nicht nur diejenigen, die dem Beschluß zugestimmt hätten. Dabei regiere eine Demokratie weit in privateste Bereiche des Menschen hinein: Sie bestimme, was er kaufen oder verkaufen, essen oder trinken dürfe. Eine Möglichkeit des Ausstiegs aus diesem System werde nicht gewährt.

Diesem demokratischen Modell setzte Blankertz das kapitalistische Modell entgegen, das er nicht nur als Wirtschafts-, sondern als Herrschaftsform verstanden wissen will. Ganz im Sinne des Contrat social des Aufklärungsphilosophen Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) sprach er sich für eine freiwillige vertragliche Grundlegung politischer Entscheidungen aus: Diese seien dann nicht länger Befehl, sondern ein Angebot zur Kooperation, das der Bürger wählen oder zugunsten eines konkurrierenden Angebotes ablehnen könne. Entscheidungen beträfen dann auch stets nur diejenigen, die ihnen vertraglich zugestimmt hätten. Gleichzeitig ließe sich die Zuständigkeit des Staates regulieren: Innerhalb des Rahmens freier Einwilligung dürfe er alles, außerhalb nichts entscheiden.

Die anschließende Aussprache drehte sich insbesondere um die Frage, ob ein kapitalistisches Herrschaftsmodell in dieser Form überhaupt realisierbar sei. Wenn nicht, müsse die bestehende Gesellschaftsordnung nach Kräften in einem freiheitlichen Sinne reformiert werden, so der Tenor.

 

Barbara Rosenkranz über den Geist von Europa und die Krise der EU

Vernunft, Freiheit und Tradition als Elemente europäischer Identität

Barbara Rosenkranz bei der Vorstellung ihres Buches, im Vordergrund Dieter Stein

Mit einem flammenden Bekenntnis zur europäischen Geschichte und zur abendländischen Tradition wartete die österreichische Nationalratsabgeordnete Barbara Rosenkranz (FPÖ) am 25. Februar 2014 in der Bibliothek des Konservatismus auf. Vor einem vollbesetzten Saal stellte die Politikerin ihr neues Buch "Wie das Projekt EU Europa zerstört: Eine überzeugte Europäerin rechnet ab ..." vor, das 2013 im Grazer Ares-Verlag erschienen ist. Moderiert wurde der Abend von Dieter Stein, Chefredakteur der Wochenzeitung Junge Freiheit.

Anhand bedeutender europäischer Denker von der Antike über das Mittelalter bis in die Neuzeit entfaltete Rosenkranz Vernunft, Freiheit und Tradition als unverzichtbare Elemente europäischer Identität. Alle drei seien jedoch durch die Brüsseler Europapolitik, die Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung untergrabe, aufs stärkste gefährdet. Diese EU, so Rosenkranz, habe mit dem "Europa der Vaterländer" des früheren französischen Präsidenten Charles de Gaulles nichts mehr gemein und werde keinen Bestand haben.

Die Rückfragen an die Autorin thematisierten im Anschluß insbesondere die bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament und die Aussichten EU-kritischer Parteien in Deutschland. Die Referentin schloß mit der Hoffnung, daß sich auch in Deutschland eine politische Kraft etabliere, die der weitverbreiten kritischen Haltung gegenüber der EU Ausdruck verleihen könne.

 

Hans Becker von Sothen stellte sein Buch „Bild-Legenden“ vor

Zum kritischen Blick auf das publizierte Bild animieren

Hans Becker von Sothen (links im Bild) erläuterte Einzelheiten manipulierter Bilder

Die politische Bedeutung der Fotografie und ihrer Botschaften ist unbestritten. Darüber hinaus besitzen Fotografien seit der Mitte des 19. Jahrhunderts einen hohen dokumentarischen Wert. Fälschungen von Fotos durch Retuschen, Collagen, manipulative oder bewußt ungenaue Bildunterschriften sind gleichwohl immer wieder als Phänomen zu beobachten.

Der Historiker und Journalist Hans Becker von Sothen (Graz) stellte am 27. Januar 2014 die Ergebnisse seiner Recherchen zu diesem Thema anhand zahlreicher Beispiele in der Bibliothek des Konservatismus vor. Die multimediale Präsentation seines jüngst erschienenen Buches Bild-Legenden: Fotos machen Politik – Fälschungen, Fakes, Manipulationen (Ares-Verlag, Graz 2013) faszinierte das Publikum aufgrund der großen Vielgestaltigkeit der Beispiele. Auch auf den manipulativen Umgang mit Bildquellen im Internet – etwa im Zusammenhang mit dem syrischen Bürgerkrieg – sowie auf die ständige Konfrontation der Öffentlichkeit mit der Problematik der Bildmanipulation ging Becker von Sothen ein. Der Autor betonte, daß er mit seinem Buch vor allem zu einem kritischen Blick auf das publizierte Bild animieren und auf den Zusammenhang von Bildfälschungen und daraus resultierenden politischen Entscheidungen hinweisen will.

Im Zuge der offen geführten Diskussion mit den Zuhörern wurde offenbar, daß Bildfälschungen in allen Staats- und Gesellschaftssystemen als Phänomen festgestellt werden können, auch in freiheitlichen. Sie stellten eine dauerhafte Erscheinung im politischen und journalistischen, aber auch publizistischen Bereich dar. Diese Erkenntnis, so lautete ein Ergebnis der Diskussion, stelle auch immer wieder neu die Frage nach der Verantwortung von Politik, Medien und Gesellschaft für die Sorgfalt bei der Verwendung und Bewertung von Bildmaterial.

 

Horst-Joachim Lüdecke über Klimawandel und Energiewende

Deutscher Alleingang wider die Vernunft und das Naturgesetz

Professor Lüdecke bei seinem Vortrag

Seitdem Bundeskanzlerin Angela Merkel anläßlich der Reaktorkatastrophe von Fukushima die „Energiewende“ ausrief, ist es schwer, rationalen Argumenten gegen die These vom „menschengemachten Klimawandel“ Gehör zu verschaffen. Horst-Joachim Lüdecke, Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Technik des Saarlandes im Ruhestand und Pressesprecher des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE), machte sich dennoch die Mühe und führte am 20. Januar 2014 seine rund 60 Zuhörer in der Bibliothek des Konservatismus in die grundlegenden naturwissenschaftlichen und volkswirtschaftlichen Zusammenhänge des Problems ein.

„Wetterwandel und Klimawandel sind naturgesetzlich. Konstantes Klima ist unmöglich“, so Lüdecke. Die Rede vom „Klimaschutz“ sei wissenschaftlich unredlich und die Annahme, der vom Menschen generierte CO2-Ausstoß für diesen verantwortlich, abwegig. Statt sich dieser Realität zu stellen, isoliere sich Deutschland innerhalb der europäischen Energiepolitik, indem es eine „Energiewende“ vollführe, die weder sinnvoll noch bezahlbar sei.

In der anschließenden Aussprache wurde immer wieder die Frage thematisiert, welche Mechanismen es verhinderten, daß eine ergebnisoffene Diskussion über Sinn und Unsinn einer „Energiewende“ zustande kommt. Eine solche sei die Gesellschaft den nachwachsenden Generationen schuldig.

Die Beamerfolien zum Vortrag finden Sie > hier <.

 

Kai Hammermeister erinnerte an die schöne Literatur der Konservativen

Den Wert anthropologischer Konstanten zur Sprache bringen

Kai Hammermeister

Kann es so etwas wie eine „konservative“ Poesie und Prosa geben? Ist die ideologische Verzweckung von Literatur nicht gerade ein Kennzeichen des gegenwärtigen, eher linksliberal geprägten Kulturbetriebes? Ist eine „konservative Literatur“ für den Konservativen also überhaupt wünschbar?

Mit diesen und anderen Fragen setzte sich Kai Hammermeister, Professor für Germanistik an der Ohio State University in den USA, am 17. Dezember 2013 in einem Vortrag in der Bibliothek des Konservatismus auseinander. „Konservativ“ ist für Hammermeister ein Denken, das anthropologische Konstanten erkennt, ernst nimmt und sich um deren Wahrung bemüht.

Als „konservative Literatur“ könne man folglich jede Literatur bezeichnen, in der der Wert anthropologischer Konstanten in der einen oder anderen Weise zur Sprache kommt. Dies sei im klassischen Kanon der deutschen Literatur der Fall, der darum auch nicht aufgegeben werden dürfe. Darüber hinaus gebe es eine Fülle poetischer und prosaischer konservativer Literatur, die aufgrund eines fragwürdigen Zuschnitts der Literaturwissenschaft begrifflich gar nicht erfaßt und deshalb weithin unbekannt sei.

Im Internetportal der Zeitschrift Blaue Narzisse hat Hammermeister einige vergessene konservative Klassiker vorgestellt.

 

Vizepräsident der VELKD-Generalsynode sprach über EKD-Orientierungshilfe zu Ehe und Familie

Das sechste Gebot nicht zur Kenntnis genommen

Lebhafte Aussprache nach dem Vortrag von Pfarrer Carsten Rentzing (2. v. li.)

Die umstrittene Orientierungshilfe der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unter dem Titel Zwischen Autonomie und Angewiesenheit stand im Mittelpunkt eines Vortrages, den Pfarrer Carsten Rentzing, Vizepräsident der Generalsynode der Vereinigten Ev.-Luth. Kirche Deutschlands (VELKD) und Mitglied der Synode der EKD, am 11. Dezember 2013 in der Bibliothek des Konservatismus hielt. Kritiker hatten der EKD vorgeworfen, mit diesem Papier, das die faktische Gleichstellung der traditionellen Ehe mit homosexuellen Partnerschaften fordert, die geltende Lehre der evangelischen Kirche zu Ehe und Familie verlassen zu haben.

Unter dem Titel „Kirche in der Krise – Wohin treibt die EKD?“ wies Rentzing vor den rund 70 Zuhörern darauf hin, daß die Orientierungshilfe nicht nur einen Perspektiven-, sondern einen Paradigmenwechsel einleiten wolle. Während es legitim sei, theologische und ethische Fragestellungen unter verschiedenen Perspektiven zu betrachten, begründe ein Paradigmenwechsel eine völlig neue Sichtweise. Im Hinblick auf die Orientierungshilfe stellte Rentzing fest, daß an ihrer Erarbeitung zwar Soziologen und eine feministische Theologin beteiligt waren, der Sachverstand repräsentativer Theologen jedoch völlig fehle. Nicht die Heilige Schrift, sondern gesellschaftspolitische Überlegungen seien folglich in dieser Orientierungshilfe leitend geworden. Für die Kirche der Reformation, die sich allein auf die Bibel gründe, sei ein solcher Paradigmenwechsel nicht hinnehmbar. Grundlegende biblische Texte zum Thema, allen voran das sechste Gebot ("Du sollst nicht ehebrechen"), seien von den Verfassern schlicht nicht zur Kenntnis genommen worden.

In der anschließenden, engagiert geführten Aussprache, an der auch Pfarrer aus Berlin und Brandenburg teilnahmen, gab Rentzing zu bedenken, daß sich Paradigmenwechsel in der Theologie immer dann vollzögen, wenn eine Ideologie Deutungshoheit über die Heilige Schrift erlange. Dies sei zuletzt bei den sog. „Deutschen Christen“ im Dritten Reich der Fall gewesen. Nach möglichen Auswegen aus der Krise befragt, sagte Rentzing, daß die geistliche Krise der Kirche nur geistlich bekämpft werden könne: „in enger Anbindung an den Herrn Christus und im Vertrauen auf den heiligen Geist“.

Die evangelische Nachrichtenagentur IDEA berichtete > hier < über den Vortrag.

 

Die 5. Tagung der Bibliothek des Konservatismus wartete mit hochkarätigen Gästen auf

Konservative und Libertäre: Erste Schritte zur Verhältnisbestimmung in Deutschland

V. l. n. r.: Karlheinz Weißmann, Wolfgang Fenske, André Lichtschlag, Stefan Blankertz


Mit einem hochkarätigen Podium wartete die Bibliothek des Konservatismus anläßlich ihrer 5. Bibliothekstagung auf. Am Samstag, den 23. November 2013, diskutierten mit Stefan Blankertz, André Lichtschlag und Karlheinz Weißmann ein anarchokapitalistischer Libertärer, ein Libertär-Konservativer sowie ein etatistischer Konservativer zum Thema „Konservative und Libertäre – Brüder im Geiste oder politische Gegner?“.

In seinem Impulsreferat wies Bibliotheksleiter Wolfgang Fenske darauf hin, daß die Diskurslage der Konservativen sich in den zurückliegenden 30 Jahren grundlegend gewandelt habe. Von den früheren Gewißheiten – Nation, Volk, Ehe, Familie, Glaube usw. – sei vieles verloren, manches unwiederbringlich. Das habe Konsequenzen. Statt inhaltlich zu benennen, was „konservativ“ im Jahre 2013 bedeuten könne, arbeiteten sich Konservative in auffallendem Maße an Themen wie Meinungsfreiheit, Bürgerrechte usw. ab und beträten damit ein Terrain, das klassisch von Libertären besetzt sei. Wie authentische konservative Positionen in den aktuellen gesellschaftlichen Debatten aussehen könnten, bleibt dagegen oft unscharf. Konservative müßten sich darum fragen: Wird ihr Denken von libertären Ansätzen fremdbestimmt - oder sind die Themen der Libertären schlicht „dran“?

Für Stefan Blankertz, habilitierter Erziehungswissenschaftler und anarchokapitalistischer Autor, steht und fällt die Frage nach dem Verhältnis zu den Konservativen mit der Staatsgewalt: „Sind die Konservativen bereit, auf staatliche Gewalt zu verzichten, wie es etwa Ernst Jünger in seinem Spätwerk andeutete?“

André Lichtschlag, Herausgeber der libertären Zeitschrift eigentümlich frei, vermißte den Realitätsbezug dieser Frage. Diese laute derzeit nicht, „ob wir null oder fünf Prozent Staat brauchen“, sondern wie die Allgegenwart des Staates wenigstens teilweise zurückgedrängt werden könne. Libertarismus sei für ihn dabei eine formale Regel, die er mit konservativen Inhalten gefüllt sehen wolle. Dabei hätten Eigentum, Familie, Religion und Tradition eine zentrale Bedeutung, die sich über das Naturrecht erschließe.

Dem hielt Karlheinz Weißmann, promovierter Historiker und einer der bedeutendsten konservativen Theoretiker der Gegenwart, die lakonische Frage entgegen, wie Lichtschlag einerseits ein Naturrecht voraussetzen könne, dessen universale Geltung er andererseits durch seinen libertären Ansatz relativiere. Historisch sei die Nation die gewachsene Form der Staatlichkeit in Deutschland. Bei aller notwendigen Kritik an einem übereifrigen Staat dürfe man ihn nicht aus seiner Verantwortung für Bildung, innere und äußere Sicherheit u. ä. entlassen.

Wie die anschließende Aussprache im Plenum zeigte, konnte diese Podiumsdiskussion nur ein erster Schritt für eine mögliche Annäherung von Konservativen und Libertären sein. Themen wie die Stellung zum Naturrecht, zur Staatsgewalt und zur Nation bedürfen weiterer Klärung.

Eine Aufzeichnung der Podiumsdiskussion finden Sie > hier <.

Béatrice Bourges

Am Vortag hatte sich die Bibliothek bereits mit erfolgreichen konservativen Initiativen in Europa befaßt. Frau Béatrice Bourges, Mitglied des Leitungsgremiums der französischen Initiative „La Manif pour tous“, die sich für die Verteidigung der traditionellen Ehe und gegen eine Gleichstellung der Homo-Ehe einsetzt, berichtete, wie es möglich war, rund eine Million Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen des bürgerlich-konservativen Spektrums auf die Straße zu bringen. 

Gleichzeitig rechnete die 52jährige mit der sozialistischen Regierung von Staatspräsident François Hollande ab. Mit Homo-Ehe und Gender-Ideologie werde versucht, die Familie zu zerstören. „Keine Kultur, keine Geschichte, keine Nation, kein Geschlecht. Der neue Mensch soll sich mit nichts mehr identifizieren“, warnte Bourges. Gleichwohl gab sie sich kampfeslustig und zuversichtlich: „Ich weiß, daß wir siegen werden!“

Georg Pazderski, kommissarischer Leiter der Bundesgeschäftsstelle der Alternative für Deutschland (AfD) ging anschließend der Frage nach, wie es der AfD innerhalb weniger Monate möglich war, einen Wahlkampf zu realisieren, der neben überzeugenden TV-Auftritten des Vorsitzenden und einer professionellen Social-Media-Arbeit auch mit innovativen Elementen (Blue Men, Euro-Feuerwehr usw.) punkten konnte. Sein Fazit: Durch das Fehlen eines professionellen Parteiapparates fühlten sich die Mitglieder ermutigt, selbst kreativ zu werden, und machten somit auf sehr unterschiedliche und zum Teil auch unkonventionelle Weise auf die Anliegen der AfD aufmerksam. Angesprochen auf die gegenwärtige Debatte zwischen Konservativen und Liberalen in der Partei, bemerkte Pazderski: „Es war vielleicht ganz gut, daß wir es nicht gleich beim ersten Mal in den Bundestag geschafft haben.“

 

Felix Strüning zur fortschreitenden Kriminalisierung westlicher Islam-Kritik

"Unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung ist in Gefahr"

Felix Strüning, Geschäftsführer der Strese- mann-Stiftung, bei seinem Vortrag

Menschenrechte sind nicht überall unantastbar. In der islamischen Welt, so Felix Strüning, Geschäftsführer der nationalliberalen Stresemann-Stiftung, am 12. November 2013 im vollbesetzten Veranstaltungssaal der Bibliothek des Konservatismus, ordne sich etwa das Recht auf freie Meinungsäußerung dem islamischen Recht, der Scharia, unter. Was für den Rechtsstaat westlicher Prägung konstituierend sei, fiele in der islamischen Welt unter Verbot.   

Strüning wies in seinem Vortrag auf starke Tendenzen islamischer Staaten und Organisationen hin, auf internationaler Ebene Zerrbilder eines in der westlichen Welt ausgeprägten Anti-Islamismus zu zeichnen. Der Referent hob die zentralen Unterschiede zwischen dem universalen und dem islamischen Menschenrechtsverständnis in bezug auf die Meinungsfreiheit hervor. An einigen aktuellen Fallbeispielen zeigte er auf, wie nationale und internationale Islamverbände zunehmend Druck auf die westliche Politik ausüben, schrittweise jegliche Kritik am Islam zu kriminalisieren. Schon heute stelle sich die Frage nach der allmählichen Aushebelung und Erosion der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, so Strüning, die aufgrund der erkennbaren Schwäche der westlichen Gesellschaften bei der Verteidigung ihrer Werte – insbesondere der Presse- und Meinungsfreiheit – einem immer größeren Druck ausgesetzt sei.   

Die anschließende rege Diskussion zeigte ein sehr starkes Interesse an diesem Thema und eröffnete den Blick auf weitere Fragen in Hinblick auf die zunehmende Einschränkung der Presse-, Rede- und Meinungsfreiheit auch in Deutschland.

 

Die Bibliothek des Konservatismus nahm erstmals an der Langen Nacht der Bibliotheken teil

Faszinierende Entdeckungen und konzentrierte Diskussionen zwischen den Regalen

Der Dublettenverkauf - hier ein Ausschnitt - erfreute sich großer Beliebtheit.

„Eine Bibliothek des Konservatismus – so etwas gibt es in meiner Heimat nicht!“ Der florentinische Professor, der seit Jahren zum Traditionsbegriff forscht, ist sichtlich beglückt und einer der ersten Gäste in dieser Langen Nacht der Bibliotheken. Zum ersten Mal nahm auch die Bibliothek des Konservatismus an dieser Großveranstaltung öffentlicher und wissenschaftlicher Bibliotheken in Berlin teil. „Suchst du etwas Kluges, so bedenk‘ es in der Nacht“ lautete das Motto, das die Veranstalter dem antiken Autor Epicharmos (540-460 v. Chr.) entlehnt hatten.

An die 100 Gäste folgten am 24. Oktober 2013 der Einladung, sich in die Sammlungsbestände dieser einzigartigen Bibliothek einführen zu lassen und beim Verkauf von Dubletten manches schöne Schnäppchen zu machen. Jung traf auf Alt, Studenten auf Dozenten, regelmäßige Nutzer und Förderer der Bibliothek auf neue Gesichter und ungläubig staunende Gäste. Daß es mitten in Berlin eine wissenschaftliche Bibliothek gibt, die sich mit dem Phänomen des Konservatismus – durch die Jahrhunderte hindurch und auf allen Teilen der Erde - befaßt, das habe man erst durch die Lange Nacht der Bibliotheken erfahren, so der häufige Tenor.

Die vier abendlichen Stunden vergingen durch spannende Führungen, faszinierende Entdeckungen und konzentrierte Diskussionen viel zu schnell. Gegen 21 Uhr schlossen sich die Pforten der Bibliothek, und der florentinische Professor verließ als einer der Letzten den Lesesaal, verbunden mit den besten Wünschen für die Zukunft. Er werde von sich hören lassen. Wir freuen uns darauf!

 

Matthias Bath erinnerte an den konservativen Widerstand in Dänemark

Aus politischem Ethos und nationaler Gesinnung

Autor Matthias Bath signiert seine Bücher

Am 1. Oktober 1943 gelang es den dänischen Juden durch eine offenbar gezielte Indiskretion des Reichsbevollmächtigten für Dänemark, Werner Best, der bevorstehenden Deportation durch die SS zu entkommen. In einer konzertierten Aktion von Bevölkerung und Widerstand konnte damals ein Fluchthelfernetz rund 95 Prozent der Juden rechtzeitig außer Landes schaffen.

Das Datum markiert zugleich die Selbstbehauptung des nationalen dänischen Widerstandes. Von diesem berichtet das Buch „Danebrog gegen Hakenkreuz - Der Widerstand in Dänemark 1940-1945“ (Wachholz-Verlag), das sein Autor Matthias Bath am 70. Jahrestag jenes Ereignisses in der Bibliothek des Konservatismus vorstellte.

Bereits seit Beginn der 1940er Jahre waren an den Rändern des politischen Spektrums Widerstandsgruppen entstanden, zu deren Aktivitäten die Gründung einer illegalen Presse, erste Sabotageaktivitäten sowie die Bekämpfung der Kollaboration gehörten. Auf der klar dominierenden rechten Seite handelte es sich vor allem um national gesonnene Menschen, Mitglieder der Konservativen Jugend und der nationaldänischen Partei „Dansk Samling“ (Dänische Sammlung). Im Gegensatz etwa zum kommunistischen Widerstand erkläre sich der nationalkonservative Widerstand nicht aus einer Verfolgungssituation, so Bath, sondern aus dem politischen Ethos und der nationalen Gesinnung seiner Protagonisten.

 

Martin Böcker und Felix Springer stellen Sammelband zur soldatischen Identität vor

„Der Sinngehalt des Soldatentums muß dem Ernstfall entwachsen“

Moderator Marcus Schmidt im Gespräch mit Felix Springer und Martin Böcker (v.l.n.r.)

In vielen Ländern der Welt stehen Einheiten der Bundeswehr unter Waffen und werden auch immer wieder in Kampfhandlungen involviert. Gleichwohl fehlt es deutschen Soldaten nach Ansicht von Martin Böcker und Felix Springer, zwei Herausgebern des Buches „Soldatentum – Auf der Suche nach Identität und Berufung der Bundeswehr heute“ (2013), noch immer an einer Idee über das Warum ihres Tötens und Sterbens. Dies sei auch der Hauptgrund für die mangelnde Entwicklung einer Identität der deutschen Soldaten heute. 

Wie die beiden Offiziere am 27. September 2013 im Rahmen einer Buchvorstellung vor den rund 50 Gästen in der Bibliothek des Konservatismus erläuterten, sei die Qualität der deutschen Armee international unbestritten. Gleichzeitig versäumten es staatliche und militärische Führung jedoch, der soldatischen Leistung der Bundeswehr nicht nur einen professionellen, sondern auch einen ideellen Wert beizumessen: „Die militärische Auftragserfüllung professionalisiert sich nicht als Staatsidee, sondern als Handwerk.“ Den deutschen Soldaten ein tragendes Selbstbild und eine lebendige Idee ihres kriegerischen Tuns mitzugeben sei Auftrag der Bundeswehr, des Staates und der gesamten Gesellschaft.

Um der wachsenden Entfremdung militärischer und ziviler Bereiche zu begegnen, müsse ein Bild des Soldaten kommuniziert werden, das diesen nicht nur als „notwendiges Übel“ thematisiere, sondern Bedeutung und existentielle Besonderheiten des Soldatenberufs positiv würdige. Dazu gehöre auch die Wiederbesinnung auf soldatische Tugenden wie Tapferkeit, Pflicht, Ehre und Opferbereitschaft. Der Sinngehalt des soldatischen Dienstes lasse sich jedoch nicht anhand einer bürgerlichen Ordnung bestimmen, sondern müsse dem Ernstfall entwachsen, den der Soldat zu bestehen habe.

 

Begleitveranstaltung zum Marsch für das Leben in der Bibliothek des Konservatismus

Leben schützen - weil jeder fehlt, der nicht geboren wird

Karl Michael Ortmann: "Von der Bevölkerungs- pyramide ist nicht mehr viel übrig"

„Vorausgesetzt, daß die gegenwärtige demographische Entwicklung sich fortsetzt, müssen im Jahre 2050 rund 100 Erwerbstätige für 70 Rentner aufkommen. Das kann keine Volkswirtschaft leisten.“ Mit diesem Satz brachte Karl Michael Ortmann, Professor für Mathematik an der Beuth-Hochschule Berlin und Mitglied im Berliner Landesvorstand der Christdemokraten für das Leben, seine Forschungen zum demographischen Wandel in Deutschland auf den Punkt. Rund 70 Personen waren am Vormittag des 21. September 2013 der Einladung in die Bibliothek des Konservatismus gefolgt, um sich über die demographische Lage in Deutschland und Auswege aus der Krise zu informieren.

Die Resultate Ortmanns waren ernüchternd: Dadurch, daß seit Jahrzehnten zu wenige Kinder geboren würden, fehlten heute auch deren Kinder und Enkelkinder, wodurch sich das Problem von Generation zu Generation weiter verschärfe. In verschiedenen statistischen Szenarien zeigte Ortmann schließlich auf, daß selbst fiktive Maßnahmen wie eine drastische Heraufsetzung der Geburtenrate, ein komplettes Abtreibungsverbot, massenhafte Zuwanderung oder ein deutliches Heraufsetzen des Renteneintrittsalters keine realistischen Möglichkeiten böten, die demographische und volkswirtschaftliche Krise noch aufzuhalten.  

Eine Zusammenfassung des Vortrags von Karl Michael Ortmann finden Sie hier.

 

Bildschirmfoto aus einem der neuen Kurzfilme des Projekts 1000plus - Hilfe statt Abtreibung

Um die Öffentlichkeit für das Leben mit Kindern zu sensibilisieren und auf seine Schwangerenberatung aufmerksam zu machen, hat das Projekt 1000plus – Hilfe statt Abtreibung neue Kurzfilme produziert, die Manfred Libner, Geschäftsführer der Stiftung Ja zum Leben (Meschede), im Anschluß an den Vortrag vorstellte. Schwangere und Eltern ungeborener Kinder suchten Hilfe heute vorrangig im Internet, so daß die Schwangerenberatung hier präsent sein müsse. Die Trailer unter dem Motto „Weil jeder fehlt, der nicht geboren wird“ machten deutlich, daß jede Abtreibung nicht nur für das betroffene Kind und seine Familie, sondern für die ganze Gesellschaft Konsequenzen habe.

 

Andreas Krause Landt (li.) liest aus dem von ihm mitherausgegebenen Buch "Wir sollen sterben wollen"

Zum Abschluß der Veranstaltung stellte Andreas Krause Landt das von ihm mitherausgegebene Buch „Wir sollen sterben wollen“ (erschienen 2013 in der Edition Sonderwege bei Manuscriptum) vor. „Sterbehilfe ist das Ende aller Selbstbestimmung“, so Krause Landt, sie „ist Euthanasie an Lebensmüden und medizinisch unnötig“. In zehn Thesen entwickelte Krause Landt eine Perspektive auf aktive und passive Sterbehilfe, die unter anderem deutlich machte, daß das vermeintlich „selbstbestimmte“ Lebensende immer auch einschneidende Folgen für das familiäre Umfeld habe, die von diesem – unfreiwillig – getragen werden müßten.

Die Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung und die Stiftung Ja zum Leben laden alljährlich am Vormittag des Marsches für das Leben zu einer gemeinsamen Begleitveranstaltung mit Vorträgen, Buchvorstellungen und Diskussionen über Fragen des Lebensrechtes und des Lebensschutzes ein.

 

Wilhelm Hankel über die volkswirtschaftlichen Gefahren durch Euro- und Finanzkrise

Durch nationale Währungen die Wahlfreiheit des Bürgers zurückgewinnen

Karl Albrecht Schachtschneider (re.) bezieht Stellung zu den Positionen Wilhelm Hankels

"Es stehen Bundestagswahlen an, aber über das wichtigste Thema, unsere Zukunft mit dem Euro, hört man kein Wort!" So lautete einer der Sätze, für die der bekannte Euro-Kläger und Währungsexperte Wilhelm Hankel am 9. September 2013 vor rund 80 Zuhörern in der Bibliothek des Konservatismus spontan Beifall erntete. 

Unter dem Thema "Bundestagswahl 2013 - Wann platzt die Euro-Bombe?" faßte Hankel an diesem Abend zusammen, welche Konsequenzen eine Fortsetzung des bisherigen finanzpolitischen Kurses mit sich bringen würde. Neben der ernstlichen Gefährdung von Ersparnissen und Renten ist es vor allem ein gravierender Verlust an Kaufkraft, den insbesondere die wirtschaftlich stärkeren Staaten des Euro-Raumes hinzunehmen hätten. Hankel: "Das Privileg, überall in Europa mit der selben Währung bezahlen zu können, kostet Sie beispielsweise in Griechenland rund die Hälfte an Kaufkraft. Wäre es da nicht sinnvoller, nationale Währungen in einem realistischen Wechselkurs einzutauschen?"

In der anschließenden Aussprache, an der sich mit dem Staatsrechtler Karl Albrecht Schachtschneider auch ein langjähriger Freund und Weggefährte Hankels beteiligte, wurde angesichts der bevorstehenden Bundestagswahlen immer wieder die Frage nach Wegen aus der Krise angesprochen. Es gehe währungs- und finanzpolitisch nicht vorrangig um eine Abschaffung des Euro, so Hankel, sondern um die Wiedereinführung nationaler Währungen, die sich mit dem Euro verrechnen ließen. So wären Auf- und Abwertungen der Währungen untereinander wieder möglich und der Bürger hätte die Wahl, in welcher Währung er seine Ersparnisse anlegt.

 

Konservatives Kabarett löst Begeisterung aus

Ein Abend mit Ludger K. in der Bibliothek des Konservatismus

Ludger K. in der Bibliothek des Konservatismus

„Ein grandioser Abend“, „So etwas haben wir noch nicht erlebt“, „Ein echter Geheimtip“ – so und ähnlich lauteten die begeisterten Stimmen der über 80 Gäste nach dem Kabarettabend mit Ludger K. am 15. August 2013 in der Bibliothek des Konservatismus.

Mit bitterbösen Spitzen gegen die Politische Klasse, aber auch ironisch-nachdenklichen Sequenzen über eine fast durchweg politisch-korrekte Medienlandschaft faszinierte Ludger K. seine Zuschauer von der ersten Minute an.

Konservatives Kabarett gibt es nicht? Ludger K. bewies an diesem Abend auf künstlerisch anspruchsvolle und überaus unterhaltsame Weise das Gegenteil! Fazit: Ludger K. ist ein Ausnahmekünstler, dessen Name man sich merken sollte ...

 

Jubiläumsvortrag anläßlich des 125. Geburtstags von Carl Schmitt 

Der „Begriff des Politischen“ - ein Klassiker im Kanon der neuzeitlichen Staatstheorie

Hartmuth Becker bei seinem Vortrag

Bis heute gilt Carl Schmitts kurze Schrift über den „Begriff des Politischen“ als einer der Schlüsseltexte konservativen Denkens im 20. Jahrhundert. Anläßlich des bevorstehenden 125. Geburtstags von Carl Schmitt widmete sich am 17. Juni 2013 mit Dr. Hartmuth Becker ein akademisch und publizistisch ausgewiesener Experte vor der Bibliothek des Konservatismus dieser wohl bedeutendsten Veröffentlichung Schmitts, die seit 1927 in diversen Auflagen und Fassungen erschienen ist.

Der „Begriff des Politischen“, so Becker, biete weit mehr als eine Deutung der seinerzeit aktuellen außenpolitischen Konstellation Weimar – Genf – Versailles, denn die in ihr enthaltene Freund-Feind-Unterscheidung sei auf wechselnde politische Situationen anwendbar. Dieser Umstand erkläre den anhaltenden literarischen Erfolg des Werks, den unter anderem die vor 50 Jahren veröffentlichte „Theorie des Partisanen“ belege, die ausdrücklich eine „Zwischenbemerkung zum Begriff des Politischen“ sein wollte.

Seither sei Schmitts „Begriff des Politischen“ vielfach, und keineswegs nur von Konservativen, rezipiert worden, so daß Schmitts Text schließlich Eingang in den Kanon politischer Begriffsbildung gefunden habe – vergleichbar mit Thomas Hobbes‘ „Leviathan“ und Niccolò Machiavellis „Il Principe“.

In der anschließenden Debatte wurde von den rund 70 Zuhörern unter anderem die Frage diskutiert, ob Schmitts Verständnis des Staates für heutiges konservatives Denken anschlußfähig sei. Denn während Schmitt, so Becker, den „totalen Staat“ gewollt habe, hätten Konservative heute ein überwiegend kritisches und distanziertes Verhältnis zum Staat und seinen Ansprüchen an den Bürger. Ob und inwieweit Schmitt zu einer sachgerechten Einschätzung des Staates in der Gegenwart herangezogen werden kann, mußte an diesem Abend deshalb vorläufig offen bleiben.

 

Der libertäre Ökonom Robert Grözinger stellte sein neues Buch „Jesus, der Kapitalist“ vor

Christliche Werte als Voraussetzung praktizierter Freiheit

Robert Grözinger signiert seine Bücher

Der libertäre Ökonom und Publizist Robert Grözinger stellte am 30. Mai 2013 in den Räumen der Bibliothek des Konservatismus sein neues Buch „Jesus, der Kapitalist – Das christliche Herz der Marktwirtschaft“ vor. Seine Kernthese: Das Christentum braucht den Kapitalismus – und fordert ihn sogar!

Moderiert von dem Berliner Journalisten Ronald Gläser, führte Grözinger seine rund 60 Zuhörer anhand ausgewählter Passagen in sein Werk ein. Für Grözinger steht außer Frage, daß die Gleichnisse, Aussagen und Mahnungen Jesu von den Prinzipien einer wirklich freien Marktwirtschaft untermauert sind und der Sozialismus folgerichtig unvereinbar mit dem christlichen Glauben ist. So werde etwa an dem Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Matthäusevangelium, Kap. 20, Verse 1-16) deutlich, daß der Besitzer des Weinbergs, der den zuletzt hinzukommenden Arbeitern denselben Lohn zahlt wie den übrigen, marktwirtschaftlich frei verfahre und keine Vorgaben für seine Lohnpolitik befolgen müsse. Da der Besitzer des Weinbergs in dem Gleichnis für Gott stehe, lasse sich dieses Verfahren im Sinne des Neuen Testaments als positiv und vorbildhaft bewerten.

In der sowohl von libertären wie von christlichen Zuhörern engagiert geführten Aussprache wurde deutlich, daß der Dreh- und Angelpunkt aller libertären Konzepte in der Frage nach der übergeordneten, das freie Handeln des einzelnen ethisch bestimmenden Autorität liegt. Der Rückbezug auf den christlichen Gottesbegriff komme insofern Gesellschaft und Kirche gleichermaßen zugute, so Grözinger.

 

Der Publizist Rolf Stolz sprach vor der Bibliothek des Konservatismus

Identität als Prozeß von Wiederentdeckung und Aneignung 

Rolf Stolz in der anschließenden Diskussion

„Identität – vom modischen Schlagwort zur politischen Konzeption“ lautete der Titel eines Vortrags, den der einstige Grünen-Mitbegründer und heutige Publizist Rolf Stolz am 6. Mai 2013 vor der Bibliothek des Konservatismus hielt. Ausgehend von Aristoteles und dem Neuplatonismus über Fichte, Schelling und Hegel bis hin zur Gegenwart entfaltete Stolz vor rund 70 Zuhörern die Geschichte des abendländischen Identitätsverständnisses.

Identität, so Stolz, „habe“ der Mensch nicht wie etwas außerhalb seiner selbst Liegendes. Vielmehr sei und lebe man Identität als etwas, das Grund und Wesensmitte des Menschen ausmache. Angesichts der aktuellen Diskussionen um die politischen und demographischen Folgen von Immigration und Integration wies Stolz auf den Unterschied von „Identität“ und „bewußter Identität“ hin: Während man letztere reflektiere und zum Gegenstand politischer Forderungen mache, werde erstere ganz selbstverständlich und zumeist unreflektiert gelebt. Hier ergäben sich für jeden Einzelnen aber auch Freiräume gegenüber der Bedrohung von Identität: Wer sich auf seine kulturellen Wurzeln besinne und daraus Maximen für sein Leben ableite, könne die Infragestellung seiner Identität „tätig handelnd“ überwinden.

In der anschließenden Aussprache wurde deutlich, daß die Wiederentdeckung und Aneignung der eigenen kulturellen Wurzeln selbst für viele Deutsche bereits zu einem langwierigen, mühevollen Prozeß geworden ist. Der „Prozeßcharakter von Identität“ müsse darum bei allen politischen Bemühungen um Identität stets mit bedacht werden. Auch Fremden, die sich in die deutsche Kultur einfinden wollten, müsse dieser Prozeß zugestanden, dann aber auch verbindlich abverlangt werden.

Der Vortrag von Rolf Stolz wird im Laufe des Jahres in einer Schriftenreihe der Bibliothek veröffentlicht werden.

 

Bibliothek des Konservatismus jetzt auch auf Facebook

Verstärkt mit jungen Menschen und anderen Institutionen vernetzen

Bildschirmfoto

Die Bibliothek des Konservatismus ist seit Mitte April mit einer eigenen Seite im sozialen Netzwerk Facebook vertreten. "Mit Hilfe von Facebook ist es uns möglich, noch mehr junge Menschen als bisher zu erreichen und uns mit anderen Bibliotheken und Partnerinstitutionen zu vernetzen", erklärt Bibliotheksleiter Wolfgang Fenske, der sich von Facebook eine deutliche Steigerung der Außenwirkung erhofft. "Darüber hinaus können wir so auf aktuelle Entwicklungen rund um die Bibliothek schneller reagieren und unseren Freunden und Förderern darüber berichten."

Die Bedeutung von Facebook liegt im sogenannten Schneeballeffekt: Nutzer können Inhalte an andere Nutzer weitergeben (diese "teilen"), zu denen die Bibliothek bislang keinen eigenen Kontakt hatte. "So erfahren auch Menschen von den Aktivitäten der Bibliothek, die wir mit konventionellen Mitteln erst viel später oder vielleicht gar nicht erreicht hätten", so Fenske.

Das soziale Netzwerk Facebook wurde 2004 gegründet und erreicht weltweit mittlerweile rund eine Milliarde Nutzer. Zur Facebook-Seite der Bibliothek des Konservatismus gelangen Sie hier.

 

Mechthild Löhr stellt Sammelband zur Abtreibung vor

„Ein Menschenrecht auf Tötung Ungeborener kann es nicht geben“

Mechthild Löhr, Mitherausgeberin des Sammelbandes, mit Thomas Dörflinger MdB

„Abtreibung – eine neues Menschenrecht?“ lautet der Titel eines neuen Buchs, das am 30. Januar 2013 in Zusammenarbeit mit dem Berliner Landesverband der Christdemokraten für das Leben (CDL) in den Räumen der Bibliothek des Konservatismus vorgestellt wurde. Thomas Dörflinger, MdB, Bundesvorsitzender des Kolpingwerks und Mitglied des konservativen Berliner Kreises der CDU, führte in den Sammelband ein, der von Mechthild Löhr (CDL-Bundesvorsitzende), Claudia Kaminski (Aktion Lebensrecht für Alle) sowie Bernward Büchner (Juristenvereinigung Lebensrecht) herausgegeben wurde.

Mechthild Löhr wies vor den rund 70 Gästen auf die politischen und demographischen Konsequenzen hin, die eine europa- bzw. weltweite Anerkennung der Abtreibung als „Menschenrecht“ mit sich bringen würde. Auch ethisch wäre ein solcher Weg äußerst problematisch: „Ein Menschenrecht auf Tötung Ungeborener kann es nicht geben“, so Löhr.

Im Anschluß an die Buchvorstellung nutzten die teilweise weitgereisten Gäste, unter ihnen zahlreiche Aktivisten aus der Lebensschutzbewegung, die Gelegenheit, sich persönlich kennenzulernen und die Bestände der Bibliothek des Konservatismus in Augenschein zu nehmen. Im September 2012 war in Kooperation mit der Stiftung Ja zum Leben (Meschede) der Sonderbestand Lebensrecht der Bibliothek des Konservatismus gegründet worden. An ihm sollen mittelfristig wissenschaftliche Projekte zu allen wichtigen Themen der Lebensschutzbewegung angesiedelt und wissenschaftlich begleitet werden.

Videobeiträge zur Veranstaltung finden Sie auf kathTube sowie auf youtube.

 

Bibliotheksleiter Wolfgang Fenske im Gespräch mit CITIZEN TIMES

„Konservativ ist, Dinge zu schaffen, die zu erhalten sich lohnt“

In einem Interview der CITIZEN TIMES, der Online-Zeitung der nationalliberalen Stresemann-Stiftung, äußerte sich Bibliotheksleiter Wolfgang Fenske am 13. Oktober 2012 unter anderem zu der Frage, was heute unter „konservativ“ zu verstehen sei: „Wenn man mich nach einer Definition fragt, antworte ich gern mit Arthur Moeller van den Bruck. Der sagte, ‚Konservativ ist, Dinge zu schaffen, die zu erhalten sich lohnt‘. Mir ist wichtig, mit dem Mißverständnis aufzuräumen, daß der Konservative um jeden Preis ‚bewahren‘ wolle. Armin Mohler hat das mal etwas verächtlich einen ‚Gärtnerkonservatismus‘ genannt, der hegt und pflegt, was nun einmal gewachsen ist. Doch wenn Sie sich umschauen, kommen Sie schnell zu dem Schluß, daß das Bewahrenswerte oft gar nicht vorfindlich ist, sondern erst einmal geschaffen werden muß. Dem konservierenden Moment geht also ein kreatives voraus oder doch parallel. Durch einen solch kreativen Ansatz kommen dann noch ganz andere Fragen ins Spiel, bis hin zu künstlerischen und ästhetischen. Darum gehören auch sie zum breiten Spektrum konservativer Literatur hinzu, und der Suchende wird auch dazu in unserer Bibliothek fündig.“

Das vollständige Interview finden Sie hier.

 

Bibliothek des Konservatismus beginnt Kooperation mit Stiftung Ja zum Leben

Sonderbestand Lebensrecht eröffnet

Manfred Libner, Geschäftsführer der Stiftung Ja zum Leben, eröffnet den Sonderbestand

Der Sonderbestand Lebensrecht der Bibliothek des Konservatismus wurde am 22. September 2012 vor über 60 Gästen aus dem In- und Ausland eröffnet. Wie Manfred Libner, Geschäftsführer der Stiftung Ja zum Leben (Meschede), in seiner Eröffnungsrede erklärte, habe der Lebensschutzbewegung bislang ein Ort des Forschens und des akademischen Austausches gefehlt. Auch habe es keine Institution gegeben, an der wissenschaftliche Studien zu den Themen der Lebensschutzbewegung hätten angesiedelt und begleitet werden können. Mit der Eröffnung des Sonderbestandes Lebensrecht sei der Startschuß gefallen, diese Lücke zu schließen. Künftig würden Studenten, Akademiker und Forscher Gelegenheit haben, die für die Lebensrechtsthematik relevante wissenschaftliche Literatur in der Bibliothek einzusehen und für ihre Arbeit auszuwerten.

Sophia Kuby (li.), Gabriele Kuby und Professor Dr. Harald Seubert diskutieren

Harald Seubert, Professor für Philosophie an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule Basel, stellte in seinem Gastvortrag „Ohne Nomos kein Ethos – Die Auflösung des Lebensrechts durch den Werterelativismus“ heraus, daß das Lebensrecht des ungeborenen Kindes in der Geschichte der abendländischen Philosophie wie auch im christlichen Menschenbild gleichermaßen verankert sei. Die Würde auch des behinderten oder sterbenden Menschen sei ein unaufgebbares Gut, ohne das jede menschliche Gemeinschaft in Utilitarismus und Egoismus versinke. „Auf dich kommt es an!“ rief Seubert unter Bezug auf den katholischen Philosophen Robert Spaemann seinen Zuhörern zu.

In der dann folgenden Aussprache unter Leitung des Berliner Landesvorsitzenden der Christdemokraten für das Leben (CDL), Stefan Friedrich, bot sich Gelegenheit, Nachfragen an den Referenten zu stellen und einzelne Aspekte des Vortrages zu vertiefen.

Junge Lebensschützer aus aller Welt kommen in der Bibliothek des Konservatismus ins Gespräch

Im Anschluß an die Eröffnung nutzten viele Gäste - darunter Vertreter zahlreicher deutscher und europäischer Lebensrechtsorganisationen - die Gelegenheit, sich ein persönliches Bild von der Bibliothek des Konservatismus zu verschaffen und sich mit den Mitgliedern anderer Lebensrechtsgruppen zu vernetzen. Auch erste Arbeitskontakte für künftige Projekte am Sonderbestand Lebensrecht konnten hergestellt werden.

Die Buch- und Zeitschriftentitel des Sonderbestandes Lebensrecht sind künftig über den Internetkatalog der Bibliothek des Konservatismus recherchierbar.

 

Heimgang nach kurzer, schwerer Krankheit

Trauer um Regina Freifrau von Schrenck-Notzing

Regina v. Schrenck-Notzing (1936-2012)

Wir trauern um Regina Freifrau von Schrenck-Notzing, die am 6. Januar 2012 nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist. Bis zuletzt wirkte die aus schlesischem Adel stammende Katholikin und Witwe des Gründers der Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung (FKBF), Caspar Freiherr von Schrenck-Notzing, im Stiftungsrat mit. Noch im November 2011 war sie anläßlich der Einweihung der Bibliothek des Konservatismus in Berlin, wo sie gemeinsam mit dem Stiftungsratsvorsitzenden Dieter Stein symbolisch das rote Band durchschnitt.

Stiftungsrat, Vorstand und Mitarbeiter der FKBF werden Regina von Schrenck-Notzing stets ein ehrendes Andenken bewahren. 

   

 

 

 

19. November 2011 in Berlin

Gerhard-Löwenthal-Preis 2011 für Ernst Nolte und Michael Paulwitz

Preisträger Ernst Nolte erhält aus den Händen von Dieter Stein die Urkunde

Der Historiker Ernst Nolte und der Journalist Michael Paulwitz sind in Berlin vor 280 Gästen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien mit dem Gerhard-Löwenthal-Preis 2011 ausgezeichnet worden.

Der Journalistenpreis wird von der Wochenzeitung Junge Freiheit in Kooperation mit der Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung und Ingeborg Löwenthal vergeben.

Michael Paulwitz kämpft gegen politische Korrektheit

Den diesjährigen Gerhard-Löwenthal-Preis für Journalisten erhielt Michael Paulwitz. Der 46-Jährige lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Stuttgart. Er arbeitet als freiberuflicher Journalist für die Junge Freiheit, die Sezession und die Preußische Allgemeine Zeitung. Im Frühjahr 2011 legte Paulwitz zusammen mit Götz Kubitschek das Buch „Deutsche Opfer, fremde Täter – Ausländergewalt in Deutschland“ vor. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Ernst Nolte erhält Preis für Lebenswerk

Den Gerhard-Löwenthal-Ehrenpreis für Publizistik erhielt in diesem Jahr Professor Ernst Nolte. Der herausragende Historiker und Geschichtsphilosoph wird damit für sein umfassendes publizistisches Lebenswerk geehrt. Einem größeren Publikum wurde Nolte bekannt, als er vor 25 Jahren durch seinen Aufsatz „Vergangenheit, die nicht vergehen will“ in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den berühmt gewordenen „Historikerstreit“ auslöste. Joachim Fest zählte Ernst Nolte zu den „wenigen bedeutenden Historikern unserer Zeit“.

 

Erscheint im November: Sammelband zum Wirken Caspar von Schrenck-Notzings

Konservative Publizistik: Texte aus den Jahren 1961 bis 2008

Eine Edition der wichtigsten Aufsätze eines großen deutschen Konservativen: Beiträge, Kommentare und Essays über Konservatismus und Geschichtspolitik, deutsche Identität, Umerziehung, Parteienstaat, Kulturrevolution, Meinungsfreiheit und Zensur in Vergangenheit und Gegenwart sowie Portraits konservativer Vordenker.

Mehr als 80 Beiträge aus fünf Jahrzehnten aus seiner legendären Zeitschrift „Criticón“ und bislang kaum bekannte Vorträge und entlegene Texte. Eine Auswahlbibliographie sowie ein Personenregister ergänzen den Band.

Ausgewählt und herausgegeben von Patrick Neuhaus. Mit einer Einleitung von Karlheinz Weißmann.

480 Seiten, Leinen mit Schutzumschlag, Personenregister, Auswahlbibliographie, 8 Seiten Bildteil: 35,- EUR (zzgl. Versandkosten). Bestellungen richten Sie bitte an: bestellservice(at)fkbf.de

 

Erste Sitzung in den neuen Räumen

 "Ich bin tief beeindruckt..."

Die Mitglieder des FKBF-Stiftungsrats tagten erstmals in den Bibliotheksräumen

Die Stiftungsratsmitglieder der Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung (FKBF) tagten am 1. Juli 2011 erstmals in den neuen Räumen der Bibliothek. Auf dem Bild von links nach rechts zu sehen: Renate Renken, Regina Freifrau von Schrenck-Notzing, Dieter Stein (Vorsitzender), Dr. Wolfgang Fenske (Bibliotheksleiter), Dr. Klaus Peter Krause und Dr. Rolf Sauerzapf.

Bibliotheksleiter Dr. Wolfgang Fenske präsentierte die Fortschritte beim Aufbau der in Deutschland einmaligen Einrichtung. "Ich bin tief beeindruckt, wie professionell die Privatbibliothek meines Mannes katalogisiert und um weitere wertvolle Bestände ergänzt wurde", erklärte die Witwe des Stiftungsgründers, Regina Freifrau von Schrenck-Notzing.

 

Bibliothekstagung in Berlin / viele Freunde und Förderer waren dabei

"Es geht gut voran - bald wird eröffnet!"

Der bekannte Historiker Karlheinz Weißmann sprach bei der Bibliothekstagung in Berlin.

Über die "Fortschritte beim Aufbau der Bibliothek des Konservatismus" haben FKBF-Stiftungsratsvorsitzender Dieter Stein und Bibliotheksleiter Dr. Wolfgang Fenske am Wochenende Freunde und Förderer informiert. Mehr als 70 Teilnehmer folgten der kurzfristigen Einladung Steins nach Berlin. Und denen wurde Besonderes geboten: Der bekannte konservative Historiker Dr. Karlheinz Weißmann sprach kenntnisreich über Caspar v. Schrenck-Notzing, der die Stiftung gründete und die Bibliothek inspirierte. Zudem stand am frühen Abend ein erster Besuch der neuen Bibliotheksräume auf dem Programm. Die Teilnehmer waren begeistert, hier nicht nur zukunftsweisende Ideen, sondern auch eine solide Planung und praktische Umsetzung vorzufinden. "Wenn es so gut weitergeht, dann können wir die Bibliothek wie geplant 2011 eröffnen", freute sich ein Förderer aus Bayern.

 

 

Zweiter Todestag des bekannten Gelehrten / Privatbibliothek bald zugänglich

In Erinnerung an: Günter Rohrmoser

Professor Rohrmoser war für seine wortgewaltigen Vorträge bekannt.

Heute vor zwei Jahren, am 15. September 2008, starb Günter Rohrmoser. Deutschland verlor einen großen Gelehrten. Die umfangreiche Privatbibliothek des konservativen Sozialphilosophen wurde von seinem Erben, Professor Harald Seubert, an unsere Stiftung übergeben. Ab 2011 wird sie in der Bibliothek des Konservatismus allen interessierten Studenten, Wissenschaftlern und Bürgern zugänglich sein.

Günter Rohrmoser (1927-2008) studierte Philosophie, Theologie, Geschichte, Germanistik und Nationalökonomie an den Universitäten Münster und Tübingen. 1961 habilitierte er sich an der Universität Köln. Zunächst Honorarprofessor an der Universität Köln, war er seit 1976 Ordinarius für Sozialphilosophie an der Universität Hohenheim. Daneben lehrte er bis zum Sommer 1996 Politische Philosophie an der Universität Stuttgart. Die Schwerpunkte seiner Arbeit lagen auf den Gebieten der Religionsphilosophie, der Philosophie des Politischen und der Theorie der Gesellschaft.

Nach seiner Beratertätigkeit für Franz Josef Strauß und Hans Filbinger galt Rohrmoser als christlich-konservativer Sozialphilosoph, der den Konservatismus im Umkreis der CDU geistig begründen wollte.

 

 

Aufbau der Bibliothek geht voran / das öffentliche Interesse nimmt zu

Niederländische Zeitung berichtet über konservative Bibliothek

Screenshot des Artikels auf der Internetseite des Reformatorisch Dagblad.

Der Aufbau unserer Bibliothek des Konservatismus geht gut und zügig voran. Das spricht sich rum: Studenten, Professoren und die Referentin eines Bundesministeriums haben sich schon erkundigt, wann wir unseren Betrieb aufnehmen und sie die Bücher einsehen können.

In der vergangenen Woche rief der Journalist Evert van Vlastuin vom Reformatorisch Dagblad, einer konservativen Tageszeitung aus den Niederlanden, an. Er war gut über unsere Arbeit informiert und stellte viele fundierte Fragen. Seinen Artikel über die Bibliothek des Konservatismus, veröffentlicht am 4. September, lesen Sie hier: "Aan het boek, gij conservatieven!"

Das Reformatorisch Dagblad erscheint sechs Tage die Woche im Broadsheet-Format, davon montags bis freitags als Abend- und samstags als Morgenzeitung. Redaktionssitz ist Apeldoorn. Die bezahlte Auflage beträgt ca. 60.000 Exemplare. Chefredakteur ist Wim Kranendonk. Die Zeitung versteht sich selbst als christliche Tageszeitung.

 

 

Löwenthal-Preisverleihung an den Publizisten Peter Scholl-Latour

Die letzten DVDs an Interessenten abzugeben

War das im Dezember 2008 nicht eine intelligente und humorvolle Laudatio, die Reinhard Erös auf den Gerhard-Löwenthal-Ehrenpreisträger Peter Scholl-Latour gehalten hat?

Wir haben die ganze Veranstaltung damals auf einer DVD festgehalten, die im Frühjahr 2009 an alle Förderer unserer Stiftung verschickt wurde.

Etwa 30 überzählige Exemplare haben wir gerade in einem Karton entdeckt. Wenn Sie Interesse daran haben, dann schicken Sie Herrn Dr. Behrens eine E-Mail mit Ihrer Postadresse an behrens(at)fkbf.de und wir senden Ihnen die DVD kostenlos zu.

 

 

Bibliothek des Konservatismus

Rohrmoser-Bibliothek erweitert den Bestand

Dr. Wolfgang Fenske nimmt die Rohrmoser-Bibliothek in Berlin in Empfang.

Täglich erreichen neue Buch-Spenden die Bibliothek des Konservatismus. In der vergangenen Woche konnte sich Bibliotheksleiter Dr. Wolfgang Fenske über eine ganz besondere Erweiterung der "Bibliothek des Konservatismus" freuen: Der Erbe des bekannten konservativen Sozialphilosophen Günter Rohrmoser, Professor Harald Seubert, hat dessen Privat-Bibliothek an die FKBF übergeben. "Eine fantastische Ergänzung für unseren Bestand, damit schärfen wir unser Profil als Fachbibliothek für alle Themen rund um den Konservatismus", erklärte Fenske. Möchten Sie auch Bücher spenden oder einen finanziellen Beitrag für den Aufbau der "Bibliothek des Konservatismus" in Berlin leisten? Dann klicken Sie hier. Oder schreiben Sie direkt eine Nachricht an: behrens(at)fkbf.de

 

 

Bibliothek des Konservatismus

Rede von Professor Seubert jetzt erhältlich

Professor Dr. Harald Seubert

"Können Sie mir bitte die mitreißende Rede von Professor Seubert zum Nachlesen zuschicken?" - diese und ähnliche Anfragen erreichten uns in den vergangenen Wochen. Gemeint ist die Rede "Konservative Institutionen tragen das Erbe in die Zukunft weiter", die Professor Dr. Harald Seubert auf unserer ersten Bibliothekstagung gewohnt kenntnisreich und begeisternd gehalten hat. Der bekannte Philosoph, Dozent und Autor hat uns, aufgrund der vielen Nachfragen, jetzt sein Manuskript zur Verfügung gestellt, das wir gern an Sie weiterleiten. Interessieren Sie sich dafür? Dann schicken Sie uns bitte eine kurze Nachricht an: behrens(at)fkbf.de

 


Bibliothek des Konservatismus
Fordern Sie Info-Faltblätter zum Verteilen an!

In Berlin entsteht derzeit die erste öffentliche Bibliothek des Konservatismus. Träger ist die Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung (FKBF). Studenten, Doktoranden, Wissenschaftler und andere interessierte Bürger werden in dieser Spezialbibliothek alle wichtigen Quellen- und Sekundärtexte über die Theorie und Praxis des Konservatismus in Deutschland, Europa und der Welt finden. Die Werke bekannter und weniger bekannter Autoren des Konservatismus seit 1789 werden allen zugänglich gemacht.

Die Bibliothek des Konservatismus wird auch der Begegnung dienen: Als Veranstaltungsort für interne Seminare, öffentliche Diskussionsrunden, Vorträge und Tagungen. In ihren Räumen treffen sich Studenten, Akademiker, Bürger zu Hintergrundgesprächen in lockerer Runde und knüpfen Kontakte. Ein wachsender Kreis von Förderern trägt die Bibliothek und ihre Arbeit. Hier treffen sich alle, die sich für konservative Ideen interessieren und begeistern.

Unterstützen Sie den Aufbau der Bibliothek und fordern Sie 10, 20 oder mehr Faltblätter mit allen wichtigen Informationen an. Herr Dr. Behrens freut sich unter Telefon (0172) 430 94 56 auf Ihren Anruf. Oder schicken Sie ihm eine E-Mail an: behrens(at)fkbf.de